Hölzel-Journal

Werkzeugkiste

Alternative Wirtschaftskarten: Afrika Fairtrade-Produkte

17. Juni 2014

Von: FH Kärnten, Geoinformation und Umwelttechnologien, H. Dalmatiner und M. Kocher

Der Studiengang Geoinformation und Umwelttechnologien an der Fachhochschule Kärnten, Standort Villach, bietet u.a. eine moderne Ausbildung für Geoinformation an. Überall, wo die Verortung, Verwaltung und Auswertung digitaler geographischer Informationen eine Rolle spielt, sind die Absolventinnen und Absolventen gefragt: Navigationssysteme, Geomarketing, Infrastrukturnetze, Umweltforschung usw. sind wichtige und zukunftsträchtige Aufgabengebiete. Kartographische Visualisierung ist ein Bestandteil der Ausbildung, der in einem eigenen Projekt im 4. Semester gelehrt wird. Im Sommersemester 2013 hat ein Teil der Studierenden seinen kreativen Ideen freien Lauf gelassen und alternative Darstellungsformen für wirtschaftliche Inhalte entwickelt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und werden in einigen Folgen des Hölzel-Journals vorgestellt.

 

Download: Anbau von Fairtrade-Produkten in Afrika (PDF, 9.3 MB)

Inhaltliche Kurzbeschreibung

Die Karte „Anbau von Fairtrade-Produkten in Afrika“ zeigt, welche Produkte in welchen Staaten angebaut werden. Als Hintergrundkarte dienen die Vegetationszonen Afrikas, so sieht man einen direkten Zusammenhang zwischen den klimatischen Bedingungen und den Anbaugebieten. Man erkennt die Gebiete, wo Landwirtschaft möglich ist und genutzt wird. Außerdem sind die Flüsse und Seen sowie die Staatsgrenzen auf der Karte dargestellt.
Eigene Symbole für die verschiedenen Anbauprodukte wurden erstellt und in den entsprechenden Staaten eingezeichnet. Ein Diagramm zu den Top-10-Fairtradeländern von 2011 ergänzt die Karte. Es zeigt die 10 Länder, in denen der Anteil der landwirtschaftlichen Bevölkerung, die in der Fairtrade-Produktion arbeiten, am höchsten ist. Das Land mit dem größten prozentuellen Anteil von 24% ist Kenia. Kenia ist vor allem für den Export von Blumen bekannt.

Kartographische Besonderheiten

Als alternative Darstellungsform für eine Wirtschaftskarte weist die Karte einige kartographische Besonderheiten auf:

  • 3-dimensionale Darstellung der Erdkugel (genauer einer Kugelkalotte) mit dem Kontinent Afrika aufliegend
  • Berechnung eines korrekten Gradnetzes für die verwendete Lage und Größe von Afrika
  • Verwendung von selbst erstellten (3D-)Symbolen für die Darstellung der Anbauprodukte
  • Vergrößerung eines Teils von Westafrika integriert in die Hauptkarte, Darstellung mittels Lupe
  • Verwendung alternativer Darstellung des Kartentitels

Die Umsetzung erfolgte mit den Programmen Adobe Illustrator, Adobe Photoshop sowie dem GIS-Programm ArcMap (Hintergrundkarte Vegetationszonen Afrikas) und Versamap (für die Gradnetzberechnung).

Besondere Herausforderungen

Das Einfügen des Kontinents auf die 3-dimensionale Erdkugel stellte eine Herausforderung dar sowie die Wölbung der Teilfläche Afrikas für die Lupe. Auch die Gradnetzberechnung im Spezialprogramm Versamap erforderte einige Zeit und Überlegungen.

Möglicher Einsatz im Unterricht

Die Karte bietet sich als Möglichkeit für eine Diskussion im Unterricht zum Thema Fairtrade an. Direkt ablesbar sind die Schwerpunktregionen der Fairtrade – Produktion. Daran anschließend kann man z.B. Fragen diskutieren wie „Fairtrade-Produkte kaufen oder nicht? Wem bringt der Kauf von Fairtrade-Produkten etwas? Was ändert sich für die einheimische Bevölkerung durch Fairtrade? Was kann generell in welcher Vegetationszone angebaut werden? Was versteht man unter ökologischer Landwirtschaft und was bringt sie?“

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