Hölzel-Journal

Werkzeugkiste

Alternative Wirtschaftskarten: Rohstoffreiches Afrika

12. Dezember 2013

Von: FH Kärnten, Geoinformation und Umwelttechnologien, H. Dalmatiner und M. Kocher

Der Studiengang Geoinformation und Umwelttechnologien an der Fachhochschule Kärnten, Standort Villach, bietet u.a. eine moderne Ausbildung für Geoinformation an. Überall, wo die Verortung, Verwaltung und Auswertung digitaler geographischer Informationen eine Rolle spielt, sind die Absolventinnen und Absolventen gefragt: Navigationssysteme, Geomarketing, Infrastrukturnetze, Umweltforschung usw. sind wichtige und zukunftsträchtige Aufgabengebiete. Kartographische Visualisierung ist ein Bestandteil der Ausbildung, der in einem eigenen Projekt im 4. Semester gelehrt wird. Im Sommersemester 2013 hat ein Teil der Studierenden seinen kreativen Ideen freien Lauf gelassen und alternative Darstellungsformen für wirtschaftliche Inhalte entwickelt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und werden in einigen Folgen des Hölzel-Journals vorgestellt.

PDF-Download: Karte Rohstoffreiches Afrika

Inhaltliche Kurzbeschreibung

Die Wirtschaftskarte „Rohstoffreiches Afrika” gibt einen Überblick über das Vorkommen und die Förderung bzw. den Abbau von Rohstoffen in den unterschiedlichen Regionen.

Einerseits wird die Erdölförderung dargestellt, die Erdölfelder werden hier in große bzw. sehr große Ölfelder unterschieden. Der Transport des gewonnenen Erdöls erfolgt über Pipelines, die ebenfalls eingezeichnet sind. Einen weiteren interessanten Aspekt weist die Karte durch die Darstellung zweier afrikanischer Ölförderungsunternehmen auf, Sasol und Waha Oil.

Andererseits werden Mineralienvorkommen und der Abbau dieser gezeigt. Dabei werden die Mineralien in folgende Gruppen unterteilt:

  • Buntmetalle – Bauxit, Zink, Silber, Kupfer, Kobalt, Nickel
  • Eisenmetalle – Eisen, Chrom, Titan, Mangan
  • Nichtmetalle – Phosphorit, Graphit
  • Edelmetalle und seltene Metalle – Gold, Platin, Tantal, Niob, Antimon, Rubidium, Lithium
  • Radioaktive Metalle – Uran
  • Edelsteine – hauptsächlich Diamanten, außerdem Granat, Amethyst, Topas

Der Karte liegt ein Höhenmodell zu Grunde, welches die Geländeformen in den unterschiedlichen Regionen zeigt. Zudem sind die Flüsse und Seen sowie die Staatsgrenzen eingezeichnet.

Kartographische Besonderheiten

Als alternative Darstellungsform für eine Wirtschaftskarte weist die Karte einige kartographische Besonderheiten auf:

  • Verwendung von selbst erstellten 3D-Symbolen für die Darstellung des Mineralienvorkommens in Form von Säulen
  • Verwendung von Lichtreflexionen und Schatten.
    Diese wurden bei den Erdöltropfen und bei der Schaufel, die ein Mineralienabbaugebiet kennzeichnet, verwendet.
  • Einbindung von Fotos
    für den Meereshintergrund (Fische) und die Logos der Ölförderungsunternehmen
  • Verwendung eines Höhenmodells
  • Verwendung alternativer Schriftarten für den Kartentitel

Damit die oben genannten kartographischen Besonderheiten auch realisiert werden konnten, wurde hauptsächlich mit dem Programm Adobe Illustrator gearbeitet.
Für die Freistellung von Objekten, wie sie beispielsweise bei den Logos notwendig war, wurde Adobe Photoshop verwendet. Das Höhenmodell wurde mit dem GIS-Programm ArcMap erstellt.

Besondere Herausforderungen

Nicht ganz einfach gestaltete sich die Datenbeschaffung, da vor allem flächendeckende Daten für ganz Afrika gefunden werden mussten.
Bei der Erstellung des Höhenmodells mussten die Daten in einem bestimmten Datenformat vorliegen und noch einige Berechnungsschritte in ArcMap durchgeführt werden.

Möglicher Einsatz im Unterricht

Die Karte bietet sich als attraktiver Ausgangspunkt für eine Diskussion im Unterricht zum Thema „Wem stehen Ressourcen zu? Wer soll davon profitieren? Rohstoffreiches Afrika – Fluch oder Segen für die afrikanische Bevölkerung?” an.

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