Hölzel-Journal

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Nationalratswahl: Wahlkreiseinteilung

2. September 2013

Von: Kurt Trinko

Anlässlich der bevorstehenden Nationalratswahl 2013 beschreibt dieser Beitrag die Einteilung des Bundesgebietes in Landes- und Regionalwahlkreise und erklärt wie die 183 Mandate auf diese Wahlkreise aufgeteilt werden. Für den Einsatz im Unterricht stellen wir Ihnen einige Kartogramme zur Verfügung gestellt.

Wahlkreiseinteilung

Für die Nationalratswahl 2013 wird das Bundesgebiet in 9 Landeswahlkreise und 39 Regionalwahlkreise eingeteilt.(1)  Die Zahl der pro Landeswahlkreis und pro Regionalwahlkreis zur Vergabe gelangenden Mandate ist  in  Paragraph 4 der Nationalrats-Wahlordnung 1992 geregelt (2):

Zunächst ist die sog. Verhältniszahl zu berechnen: Die Zahl der Staatsbürger und -bürgerinnen (3), die gemäß dem Ergebnis der letzten Volkszählung ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben, vermehrt um  die Zahl der im Ausland lebenden Staatsbürger und -bürgerinnen, welche am Stichtag in der Wählerevidenz eingetragen waren, ist durch die Zahl 183 zu dividieren. Der auf drei Dezimalstellen zu berechnende Quotient ist Verhältniszahl.

Die Zahl der in jedem Landeswahlkreis zu vergebenden Mandate wird nun folgendermaßen berechnet:

Jeder Landeswahlkreis erhält so viele Mandate, wie die Verhältniszahl in der Zahl der  Staatsbürger und –bürgerinnen vermehrt um die im Ausland lebenden Staatsbürger und -bürgerinnen, welche in der Wählerevidenz im Bereich des Landeswahlkreis eingetragen waren, enthalten ist. 

Können auf diese Weise nicht alle 183 Mandate vergeben werden so werden die auf drei Dezimalstellen zu berechnenden Quotienten herangezogen. Die restlichen Mandate erhalten zusätzlich die Landeswahlkreise, bei denen sich der Reihenfolge nach die größten Dezimalreste ergeben. Sollten auf das letzte (=183.) Mandat infolge gleicher Dezimalreste mehrere Landeswahlkreise einen Anspruch haben, so entscheidet das Los.

Die Zahl der in jedem Regionalwahlkreis zu vergebenden Mandate wird analog zur Berechnung der Mandate in den Landeswahlkreisen durchgeführt.

Bei der Nationalratswahl 2013 kommen erstmals die Ergebnisse der Volkszählung 2011 für die Ermittlung der Mandate je Landes- bzw. Regionalwahlkreis  zur Anwendung. Dadurch gewinnt Niederösterreich ein Mandat (37 statt bisher 36)  dazu, während die Steiermark ein Mandat verliert (27 statt bisher 28).

Abb.1: Die 39 Regionalwahlkreise (flächentreue Abbildung)

Tabelle: Landes- und Regionalwahlkreise der NRW 2013 (PDF)

Grundkarte der Regionalwahlkreise (beschriftet) (PDF)

Grundkarte der Regionalwahlkreise (nicht beschriftet) (PDF)

Grundkarte der Regionalwahlkreise (nicht beschriftet) (Bitmap)

Kartographische Darstellung

Wahlergebnisse lassen sich auf vielfältige Weise kartographisch darstellen, z.B. können verschiedene Kartodiagramme mit Kreisen, Säulen usw. erstellt werden. Im Wahlpflichtfach Geographie und Wirtschaftskunde bietet es sich aber auch an, die Schülerinnen und Schüler selbst einfache Flächenkartogramme (sog. Choroplethenkartogramme) erstellen zu lassen.  Dabei können die Arbeiten sowohl manuell als auch mit Hilfe eines einfachen Zeichenprogrammes durchgeführt werden. Auf Windows-PCs können Sie beispielsweise das Programm Paint verwenden. Die benötigten Bitmap-Karten stellen wir Ihnen hier verlinkt zum Download zur Verfügung. Egal ob sie nun manuell oder mit dem PC arbeiten, die folgenden Gestaltungsprinzipien sollten im Unterricht vorab besprochen werden: Anzahl der zu bildenden Klassen, verwendete Schwellenwerte und Farbwahl.

Eine weitere, hier nun vorgestellte und für den Einsatz im Wahlpflichtfach empfohlene, Darstellungsmöglichkeit ist die eines Flächenkartogramms auf der Basis einer Kartenanamorphote (4): Es bietet sich zur Darstellung der Wahlergebnisse nämlich an,  die Grundkarte unter Beibehaltung der topologischen Beziehungen so zu verzerren, dass die Fläche jedes Regionalwahlkreises der Zahl der in diesem Regionalwahlkreis zu vergebenden Mandate entspricht:

Abb.2: Die 39 Regionalwahlkreise (Kartenanamorphote)

Kartenanamorphote der Regionalwahlkreise (beschriftet) (PDF)

Kartenanamorphote der Regionalwahlkreise (nicht beschriftet) (PDF)

Kartenanamorphote der Regionalwahlkreise (nicht beschriftet) (Bitmap)

Mit Hilfe der Anamorphote der Regionalwahlkreise erkennen  die Schülerinnen und Schüler auf den ersten Blick die große Bedeutung der großstädtischen Zentren und des sie umgebenden suburbanen Raumes für das Gesamtwahlergebnis. Ebenso klar erkennbar ist die Bedeutung der vier Bundesländer Niederösterreich, Wien, Oberösterreich und Steiermark, die 70% der zu vergebenden Mandate auf sich vereinen.

(1) www.bmi.gv.at/cms/BMI_wahlen/nationalrat/wahlordnung/Haupt_1_A_1.aspx und www.bmi.gv.at/cms/BMI_wahlen/nationalrat/Wahlkreiseinteilung.aspx. Bei der Nationalratswahl 2008 wurden die 9 Landeswahlkreise noch in 43 Regionalwahlkreise unterteilt.

(2) www.bmi.gv.at/cms/BMI_wahlen/nationalrat/wahlordnung/Haupt_1_A_1.aspx

(3) Staatsbürger und –überinnen, nicht Wahlberechtigte!

(4) de.wikipedia.org/wiki/Kartenanamorphote und www.worldmapper.org

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