Hölzel-Journal

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Weltkarte der wahrgenommenen Korruption

31. Januar 2013

Von: Kurt Trinko

Wer die nationalen und internationalen Nachrichten verfolgt, stellt rasch fest, dass Korruption ein nicht ausrottbares Übel menschlicher Gesellschaften darstellt. Transparency International eine international agierende NGO, welche sich im Kampf gegen Korruption engagiert, veröffentlicht jährlich den sogenannten Korruptionswahrnehmungsindex.

Was ist Korruption?

Es gibt viele Arten von Korruption und daher naturgemäß auch zahlreiche Definitionen des Begriffs. Transparency International versteht unter Korruption den "Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil. Ob Bestechung oder Bestechlichkeit im internationalen Geschäftsverkehr oder im eigenen Land, ob Käuflichkeit in der Politik oder der Versuch, durch Schmiergelder Vorteile zu erlangen - Korruption verursacht nicht nur materielle Schäden, sondern untergräbt auch das Fundament einer Gesellschaft." (1)

Der Korruptionswahrnehmungsindex

Mit Hilfe des "Korruptionswahrnehmungsindex" unternimmt Transparency International einen (durchaus nicht unproblematischen!) Versuch, das Ausmaß der weltweiten Korruption zu quantifizieren.  Der Korruptionswahrnehmungsindex gibt an, wie korrupt der öffentliche Sektor (Amtsträger, Politiker usw.) eines Landes wahrgenommen wird. "Es ist ein zusammengesetzter Index, der sich auf verschiedene Umfragen und Untersuchungen stützt, die von mehr als zehn unabhängigen Institutionen durchgeführt wurden. Es wurden Geschäftsleute sowie Länderanalysten befragt und Umfragen mit Experten im In- und Ausland miteinbezogen." (2) Der Index reicht von 0 bis 100 Punkte, wobei 100 Punkte die geringste Wahrnehmung von Korruption anzeigt und somit das bestmögliche Ergebnis ist. Insofern sollte der Index wohl besser "Transparenzindex" heißen, da höhere Werte weniger Korruption und damit quasi auch mehr Transparenz bedeuten.

Die Karte der weltweit wahrgenommenen Korruption

Hohe Auflösung als PDF herunterladen

Für die Karte wurden die aktuellen Daten aus dem Jahr 2012 mit Hilfe von Jenks natural break - Klassifikationsalgorithmus zu fünf möglichst homogenen Gruppen zusammengefasst.

In der Karte verwendete Korruptionsklassen:

sehr hoch: Index kleiner als 31
hoch: Index größer gleich 31 und kleiner als 40
mittel: Index größer gleich 40 und kleiner als 50
gering:  Index größer gleich 50 und kleiner als 70
sehr gering: Index größer gleich 70

Die 2012 als am wengisten als korrupt wahrgenommene Länder sind Dänemark, Finnland und Neuseeland (jeweils 90 Punkte). Die drei Staaten mit dem schlechtesten Indexwerten sind Afghanistan, Nordkorea und Somalia (alle drei Länder haben einen Indexwert von 8 Punkten). Österreich erreicht 2012 einen Indexwert von 69 Punkten undl iegt damit mit Irland ex aequo nur auf Platz 25. Zum Vergleich: Deutschland hat einen Indexwert von 79 und erreicht Platz 13.

Die einzelnen Jahresergebnisse können nicht direkt miteinander verglichen werden, weil u.a. die Anzahl der erfassten Länder von Jahr zu Jahr schwankt. Trotzdem fällt auf, dass Österreich in den letzten Jahren im Ranking kontinuierlich nach hinten gerutscht ist.

Hinweise für den Einsatz im Unterricht

Viele Entwicklungsökonomen betonen die Bedeutung der "good gouvernance" für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Führen Sie mit ihren Schülerinnen und Schülern einen Vergleich mit anderen Karten in ihrem Schulbuch (Human Development Index, BIP pro Kopf usw.) durch und diskutieren Sie die Ergebnisse.

Die gesamten Daten können von der Website von TI-Deutschland kostenlos heruntergeladen werden.

Zitate:

1) http://www.transparency.de/was-ist-korruption.2176.0.html
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Korruptionsindex

Links:

TI-Deutschland
Wikipedia-Artikel TI
Wikipedia-Artikel Koruptionsindex

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