Hölzel-Journal

Aktuelles Thema

Auflösung des politischen Bezirks Wien-Umgebung

1. Dezember 2016

Von: Kurt Trinko

Mit 31. Dezember 2016 wird der nach Baden einwohnerreichste niederösterreichische Bezirk Wien-Umgebung aufgelöst. Die 21 Gemeinden des Bezirks Wien-Umgebung werden auf die Bezirke Tulln, Korneuburg, Bruck an der Leitha und St. Pölten Land aufgeteilt.

Im September 2015 verkündete Landeshauptmann Pröll (ÖVP), dass im Zuge der Verwaltungsreform der politische Bezirk Wien-Umgebung aufgelöst wird. Die 21 Gemeinden des aus 3 separaten Teilen bestehenden Bezirks würden entsprechend einer Mobilitätsstudie auf die benachbarten Bezirke aufgeteilt werden. Das Land erwarte sich dadurch Einsparungen von rund 2 Millionen Euro pro Jahr [Vgl. Links 1 und 2].

Entstanden war der Bezirk Wien-Umgebung im Jahr 1954 durch die Verkleinerung des nationalsozialistischen Groß-Wiens auf sein derzeitiges Stadtgebiet [Vgl. Links 3 und 4].

Widerstand gegen die Bezirksaufteilung gab es vor allem in der Stadt Klosterneuburg, dem Sitz der bisherigen Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung. Unter anderem wurde darüber diskutiert Klosterneuburg zur Statutarstadt zu erheben und ein eigenes KFZ-Kennzeichen für Klosterneuburg einzuführen. Auch die aufgrund der politischen Realitäten utopische Forderung das „schwarze“ Klosterneuburg als 24. Bezirk an das „rote“ Wien anzugliedern wurde in den Medien diskutiert.

Gegenüber dem ursprünglichen Plan wurde die Zuordnung einiger Gemeinden noch geändert [vgl. Link 5]. Beispielsweise wurde die Stadt Gerasdorf, wo sich die Bürgerinnen und Bürger in einer Abstimmung gegen die Zuordnung zum Bezirk Gänserndorf aussprachen, nicht wie ursprünglich vorgesehen dem Bezirk Gänserndorf zugeordnet, sondern dem Bezirk Korneuburg zugeteilt.

Letztendlich wurde dann folgende Aufteilung beschlossen [Vgl. Link 6]:

Zum Bezirk Tulln (im Kartogramm grün) kommt nur die Stadtgemeinde Klosterneuburg. Die Stadtgemeinde Gerasdorf wird dem Bezirk Korneuburg (im Kartogramm blau) zugeschlagen. Die Gemeinden Ebergassing, Fischamend, Gramatneusiedl, Himberg, Klein-Neusiedl, Lanzendorf, Leopoldsdorf, Maria-Lanzendorf, Moosbrunn, Rauchenwarth, Schwadorf, Schwechat und Zwölfaxing werden Bestandteil des Bezirks Bruck an der Leitha (im Kartogramm violett). Der Bezirk St. Pölten Land (im Kartogramm rot) wird um die Gemeinden Gablitz, Mauerbach, Pressbaum, Purkersdorf, Tullnerbach und  Wolfsgraben vergrößert.

Ab dem 1. Jänner 2017 besteht das Bundesland Niederösterreich somit nur mehr aus 20 statt 21 Bezirken plus den 4 Statutarstädten St. Pölten, Krems, Waidhofen an der Ybbs und Wr. Neustadt. Österreichweit reduziert sich die Zahl der politischen Bezirke und Statutarstädte auf 94.

Download:

Politische Bezirke Österreichs per 1.1. 2017 (pdf)

Links:

1)      diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4818199/Niederosterreich_Bezirk-WienUmgebung-wird-aufgelost

2)      noe.orf.at/news/stories/2730923/

3)      de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_Wien-Umgebung

4)      austria-forum.org/af/AustriaWiki/Gro%C3%9F-Wien

5)      www.noen.at/niederoesterreich/politik/wien-umgebung-aufteilung-geaendert/7.256.093

6)      www.noe.gv.at/bilder/d99/Aufloesung_BH_WU.pdf

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