1844 – 1861 | Die Vorgeschichte


1844 kam der junge Buchhändler Eduard Hölzel aus Prag in die mährische Festungsstadt und deutsche Sprachinsel Olmütz (heute Olomouc in Tschechien), um hier den wachsenden Bedarf einer besser gebildeten Schicht aus Beamten und Offizieren der österreichischen Monarchie nach Büchern mit einer neu eröffneten Buchhandlung zu erfüllen. Das Geschäft lief gut und Hölzel gründete bald weitere Buchhandlungen in anderen mährischen Städten. Daneben begann er mit dem Verlegen von Bildbänden und einer Zeitung. Er nutzte dabei die damals modernen lithographischen Verfahren, bei denen auf speziellen Kalksteinplatten mit fetthaltigen Tuschen die Zeichnung erstellt wurde. Die Druckfarbe haftete auf den gezeichneten Elementen und konnte so auf das Papier übertragen werden. Zuerst ließ Hölzel in verschiedenen österreichischen und deutschen Druckereien produzieren, 1861 kaufte er aber eine lithographische Anstalt in Wien und übersiedelte auch den Verlag in der Hauptstadt der Monarchie. Er galt bald als Spezialist für farbige Lithographien und gewann damit mehrere Preise bei internationalen Ausstellungen.

Eduard Hölzel wurde am 8. Oktober 1817 in Prag als Sohn eines Eisenhändlers geboren. Sein Vater war mit dem Erfinder der Lithographie, Alois Senefelder, befreundet. Dieses Druckverfahren ermöglichte einen stark verbilligten und verbesserten Druck höherer Auflagen und machte Bücher zur Massenware. Nach einer Buchhändlerlehre in Deutschland wurde Hölzel zum erfolgreichen Buchhändler und Verleger, dazu zum Förderer von Kunst und Wissenschaft und Standesvertreter in verschiedenen Funktionen. Er starb am 21. Dezember 1885 in Salzburg und wurde am Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.


Ansicht von Olmütz im „Album von Böhmen und Mähren“, das Eduard Hölzel um 1850 verlegte.


Eduard Hölzel‘s Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung am Oberring in Olmütz (heute: Horní náměstí in Olomouc).

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