Blasius Kozenn (1821 – 1871)

Blasius KozennBlasius Kozenn war ein Kind der österreichischen Monarchie. Geboren am 24. Jänner 1821 in einem Bauernhaus in Hotunje bei Ponivka (dt. Ponigl) im heutigen Slowenien, damals Teil der Untersteiermark, war seine Muttersprache Slowenisch und sein Geburtsname Blaz Kocén. Er konnte durch Förderung das Gymnasium in Cilli (slow. Celje) besuchen, wo er sich „die deutsche Sprache rasch und leicht aneignete“. Nach Abschluss des Lyzeums in Graz kam er in das Priesterseminar in Klagenfurt und wurde am 1. August 1845 zum Priester geweiht. Nach einigen kurzen Pfarrstellen im slowenischen Gebiet wurde er 1850 zuerst Aushilfslehrer für naturwissenschaftliche Fächer am Gymnasium in Cilli. 1852/53 absolvierte er in Wien das Lehramtsstudium für naturwissenschaftliche Fächer und physikalische Geographie und wurde 1854 Gymnasialprofessor in Laibach (slow. Ljubljana). 1855 kam er nach Görz (ital. Gorizia) und 1858 ans deutsche Gymnasium in Olmütz (heute Olomouc in Tschechien) im damaligen Kronland Mähren. Dort lernte er den Verleger Eduard Hölzel kennen und damit begann die Geschichte des Kozenn-Atlas. Der Verlag übersiedelte 1861 nach Wien, Kozenn blieb bis 1870 in Olmütz, bis er sich aus Gesundheitsgründen pensionieren ließ und in den Wiener Vorort Hernals übersiedelte. Dort starb er schon am 29. Mai 1871, „mit einer kartographischen Skizze in der Hand“, wie ein Biograph berichtet.

Geburtshaus in HotunjeDas Geburtshaus in Hotunje, das heute nicht mehr existiert. In der Nähe wurde ein kleines Kozenn-Museum eingerichtet. Auch eine Schule wurde nach Kocén benannt und die Slowenische Geographische Gesellschaft vergibt einen Blaz-Kocén-Preis.

Der Lebensweg von Blasius KozennDer Lebensweg von Blasius Kozenn mit den 13 wichtigsten Stationen:
1 Geburtsort; 2 Gymnasium;
3 Lyzeum; 4 Priesterseminar;
5-7 Pfarrstellen; 8 Aushilfslehrer;
9 Lehramtsstudium;
10-12 Gymnasiallehrer;
13 Pension und Sterbeort

Als Hintergrund wurde die Karte des „Kaiserthums Oesterreich“ aus dem ersten Atlas von 1861 gewählt. Sie enthält schon mit kräftigen schwarzen Linien das Eisenbahnnetz (wobei von Zeitgenossen kritisiert wurde, dass diese den Flüssen zu ähnlich sind) und zu den meist in Deutsch bezeichneten Orten teilweise in Klammer lateinische Namen.

Aus einem Gedenkblatt für Blasius Kozenn von Fridolin Kaučić (1918)
„Die Eltern Kozenns hießen Kocén. Der Name bedeutet im Slowenischen Krautstrunk. Blasius schrieb seinen Namen nach der damals üblichen deutschen Schreibweise Kozen, erst als Professor verdoppelte er den Endlaut und schrieb sich nun Kozenn, dies aus dem Grunde, weil ihn seine Kollegen Kotzen nannten, worüber er wütend werden konnte.“ „Kozenn war ein ‚Josefiner‘, ein freisinniger, toleranter Mann. Wegen dieser seiner offen bekannten Gesinnung geriet er mit dem Laibacher Ordinariate in häufigen Konflikt.“ „In seinem ganzen Gebaren war er ein Sonderling, bizarr in seiner Kleidung, menschenscheu und jede Gesellschaft meidend; und er verstand als Lehrer keinen Spaß.“

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