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Hölzel-Journal

31.01.2012
Kategorie: Wirtschaftskundliches Seminar
Von: Wilhelm Malcik und Reinhard Schachermeier

WIRTSCHAFTSKUNDLICHES SEMINAR - Folge 21: Konzerne und Fusionen

Das WIRTSCHAFTSKUNDLICHE SEMINAR ist eine "Fortsetzungsgeschichte" zur Vertiefung wirtschaftswissenschaftlicher und wirtschaftspädagogischer Kenntnisse. Jedes neue HÖLZEL-JOURNAL setzt das Seminar in kleinen Einheiten als Download fort und folgt damit in überarbeiteter Form dem Handbuch zur Wirtschaftskunde in vier Bänden, wie es von 1990 bis 2001 bei Ed. Hölzel in mehreren Auflagen erschienen ist.


7.3 Konzerne und Fusionen

Ein Konzern ist ein Zusammenschluss von mehreren Unternehmen, die rechtlich
selbständig bleiben, aber unter einheitlicher Leitung stehen. Er erfolgt durch
kapitalmäßige Beteiligung oder durch vertragliche Bestimmungen.

 

Konzerne können Unternehmen der gleichen Fertigungsstufe oder der gleichen Branche
erfassen. Wenn kein leistungsmäßiger Zusammenhang besteht, spricht man
von einem Konglomerat- oder Mischkonzern, eine Art von großem Gemischtwarenladen. Dabei wird durch den Mix aus verschiedenen Branchen ein risikomäßiger Ausgleich angestrebt.

Konzerne entstehen meist dadurch, dass die Obergesellschaft (Muttergesellschaft)
die kapitalmäßige Mehrheitsbeteiligung (über 50%) an anderen Unternehmungen
(Tochtergesellschaften) übernimmt und sich auf diese Art den Einfluss auf die Leitung dieser Unternehmen sichert.

Wird eine Reihe von Konzernbetrieben von einer einzigen Gesellschaft verwaltet,
wird diese als Dachgesellschaft oder Holding bezeichnet. Diese ist dann meist nicht
mehr produzierend, sondern nur mehr vermögensverwaltend tätig. In Österreich ist
die bedeutendste Holding die ÖIAG (Österreichische Industrie Aktiengesellschaft),
welche die Unternehmen der verstaatlichen Industrie zusammenfasst. Seit 1993 ist
die ÖIAG darüber hinaus mit dem gesamten Privatisierungsmanagement der verstaatlichten Betriebe befasst.

Beteiligungen der ÖIAG

International tätige Großkonzerne bezeichnet man als transnationale Gesellschaften (TNC), umgangsprachlich oft „Multis“ genannt. Sie haben Produktionsstätten in vielen verschiedenen Ländern und versuchen, das Lohnkostengefälle und unterschiedliche steuerliche oder umweltschützerische Bestimmungen auszunützen. Beispiele sind Coca-Cola, General Motors, IBM, Philips, Siemens.

Eine Liste der größten Konzerne wird jährlich vom Magazin Fortune veröffentlicht.

 

Eine Fusion ist die Verschmelzung zweier oder mehrerer Unternehmen zu einer
Großunternehmung, wobei die rechtliche oder wirtschaftliche Selbständigkeit der
beteiligten Unternehmungen aufgehoben wird.

 

Die Fusionierung kann auf zwei Arten erfolgen:

1. Verschmelzung durch Aufnahme:
Das gesamte Vermögen einer Gesellschaft (übertragende Gesellschaft) wird auf eine
andere (übernehmende Gesellschaft) übertragen. Die bisherigen Eigentümer der
aufgenommenen Gesellschaft erhalten einen entsprechenden Kaufpreis oder Aktien
bzw. GesmbH-Anteile der übernehmenden Gesellschaft.

2. Verschmelzung durch Neubildung:
Es wird eine neue Gesellschaft gegründet, auf welche die Vermögen der sich vereinigenden Gesellschaften übergehen. Jeder der bisherigen Eigentümer erhält entsprechende Anteile an der neuen Gesellschaft. In vielen Ländern gibt es gesetzliche
Regelungen (Anti-Trust-Gesetze), welche die Bildung von marktbeherrschenden
Großunternehmen (in den USA Trusts genannt) verhindern sollen.