In der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember wurde der Schengen-Raum um neun EU-Länder erweitert: Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, Polen, die östlichen Nachbarländer von Österreich, nämlich Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien, sowie um den Inselstaat Malta.
Die bisherige östliche Schengen-Außengrenze ist somit Geschichte. Auch die österreichische Staatgrenze zu den östlichen Nachbarstaaten, die ehemals als "Eiserner Vorhang" eine der best gesichertsten Staatsgrenzen war, ist nunmehr eine Schengen-Binnengrenze ohne Grenzkontrollen.
Die neue Ostgrenze des Schengen-Raumes ist deutlich länger und wahrscheinlich noch schwieriger zu kontrollieren als die bisherige. Die neuen Mitgliedsstaaten haben jetzt die Aufgabe, die Grenzübertritte zu den Staaten außerhalb des Schengenraumes zu überwachen. Die neuen Schengen-Grenzstationen führen nach Kroatien, Serbien, Rumänien, die Ukraine, Weißrussland und Russland. Mit der russischen Provinz Königsberg (Kaliningrad) entsteht eine neue Enklave im Schengenraum, also ein Gebiet, das vollständig von Schengen-Staaten eingeschlossen ist, aber selbst nicht dazugehört.
Die bislang einzige Schengen-Enklave ist die Schweiz (mit Liechtenstein), allerdings nicht mehr für lange Zeit. Voraussichtlich im November 2008 fallen auch hier die Grenzkontrollen. Damit wäre die österreichische Staatsgrenze auf der gesamten Länge eine Schengen-Binnengrenze ohne Grenzkontrollen.
aktualisierter Ausschnitt für |
Meldung in den gedruckten Atlas übernommen:
– – –
Arbeitsaufgaben: